ProRegio Oberschwaben-Allgäu :: Beratung, Konzeption, Förderung der Landschaftsentwicklung und dem Naturschutz - Ravensburg
PROREGIO Oberschwaben

Feucht und Nasswiesentypen – Bedeutung und Pflege

Streuwiesen wurden traditionell im Herbst gemäht und für Einstreuzwecke verwertet. Diese Nutzung, die vor 30 bis 50 Jahren vor allem im Allgäu noch weit verbreitet war, wurde durch strohlose Aufstallung mit Güllewirtschaft weitgehend verdrängt. Heute werden die Flächen fast nur noch im Rahmen der Landschaftspflege gemäht. Sie gehören zu den artenreichsten Wiesentypen, die der Naturschutz kennt. Ihre Erhaltung hat deshalb hohe Priorität.

Die Mahd der Streuwiesen erfolgt in der Regel Anfang September. Dabei gibt es einige Sonderfälle:

  • Mahd ab Mitte September bei besonders spätblühenden Arten wie Schwalbenwurz -Enzian
  • Mahd alle zwei bis drei Jahre bei schwach wüchsigen Kleinseggenriedern
  • Mahd Anfang August zur gezielten Dezimierung dominierender Arten wie Goldrute oder Schilf

Nass- und Feuchtwiesen sind gedüngte Futterwiesen, die früher ein- bis dreimal zur Heugewinnung genutzt wurden. Traditionell wurden geringe Festmistgaben ausgebracht. Während die sehr nassen Sumpfdotterblumen-, Trollblumen- oder Bachkratzdistelwiesen nur mäßige Erträge zwischen 20 und 50 dt je Hektar erbrachten, sind die weniger nassen Fuchsschwanzwiesen mit 50 bis 90 dt je Hektar schon sehr ertragreich.

Zur Pflege beziehungsweise Bewirtschaftung werden zwei Schnitte vorgenommen, der erste Schnitt erfolgt ab Mitte Juni. Im Vertragsnaturschutz erfolgt ausgenommen von Festmist keine Düngung. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist nicht erlaubt. Die Bewirtschaftungsauflagen werden flächenbezogen festgelegt. Dem Stehenlassen von Grasstreifen oder Grasinseln kommt auch auf diesen Flächen immer mehr Bedeutung zu.

Feucht- und Nasswiesentypen (PDF zum Download)

Ungemähte Streifen in Wiesen (Download)