ProRegio Oberschwaben-Allgäu :: Beratung, Konzeption, Förderung der Landschaftsentwicklung und dem Naturschutz - Ravensburg
PROREGIO Oberschwaben

Tipps für die Praxis

Im Rahmen einer von der ProRegio Oberschwaben in Auftrag gegebenen Felduntersuchung wurde eine Reihe von praxisrelevanten Erkenntnissen gewonnen. Verarbeitung zu Hackschnitzel: Bei dem als Typ 2 beschriebenen Objekt wurde das Material an Ort und Stelle zu Hackschnitzeln verarbeitet, abgefahren und der thermischen Verwertung zugeführt. Der Einsatz eines Großhäckslers mit Kran bot den Vorteil, dass Sträucher und Bäume nicht weiter zerkleinert werden mussten. Sind die Böden nicht tragfähig, sollte der Einsatz des Häckslers nur bei Frost erfolgen.

Das Reisig wird so abgelegt, dass es mit möglichst wenig Aufwand verarbeitet werden kann, also:

  • möglichst an einem einzigen Sammelplatz oder als Schwade abgelegt
  • möglichst so ablegen, dass der Kran den Strauch am Stammfuß packen kann
  • möglichst alle Sträucher mit der Krone in die selbe Richtung legen
  • besser ist es, einen kleinflächigen Sammelplatz zu errichten, um dort das Reisig möglichst hoch aufzutürmen (Frontlader), anstatt das Reisig großflächig zu verteilen.

Zur Herleitung der Kosten wurden die zum Zeitpunkt der Studie aktuell gültigen Verrechnungssätze für überbetriebliche Maschineneinsätze in Baden-Württemberg 2001 herangezogen. Alle Angaben sind in Euro und beinhalten keine gesetzliche Mehrwertsteuer. Angaben von Euro/m2 beziehen sich immer auf die tatsächlich bearbeitet Fläche und nicht auf die Gesamtfläche der Hecke. Über das MEKA-Programm gibt es folgende finanzielle Förderungen: Das Vorhandensein und die Pflege von Sonderbiotopen wird zusammen mit 34 Punkten pro Hektar Biotopfläche bewertet. 1 Punkt = rund 5,11 Euro/ m2/Jahr. Diesen Beitrag kann der Grundbesitzer, sofern er die Bedingungen erfüllt (siehe MEKA-Programm), jährlich beantragen. Bei einem Pflegeprogramm von zehn Jahren (zehn Prozent der Hecke werden jährlich abschnittsweise gepflegt, nach diesem Zeitraum ist die gesamte Heckenfläche gepflegt) erhält der Grundbesitzer somit einen Betrag von 0,34 Euro/m2 über den gesamten Zeitraum von zehn Jahren. Bei Kosten in den gepflegten Hecken von durchschnittlich 2 Euro/ m2 wird deutlich, dass der bisherige Fördersatz von 0,34 Euro/ m2 deutlich zu niedrig ansetzt. Lediglich der Arbeitsschritt „Gehölzpflege mit Motorsäge“ wird über den Förderbetrag (knapp) abgedeckt. Darüber hinaus anfallende Aufarbeitungskosten sind nicht abgedeckt.