ProRegio Oberschwaben-Allgäu :: Beratung, Konzeption, Förderung der Landschaftsentwicklung und dem Naturschutz - Ravensburg
PROREGIO Oberschwaben

Pflege von neu angelegten und überalteten Hecken

Neu angelegte Hecken

Hecken, die durch Pflanzungen entstanden sind, wachsen ohne Pflege vollständig zusammen. Innerhalb der Hecke beginnt ein Verdrängungswettbewerb, der zu Lasten der konkurrenzschwachen Arten geht. Diese würden im Verlauf weniger Jahre aus dieser Hecke verschwinden. Die Hecke wird artenärmer, der Saum würde von den weit ausladenden Ästen abdunkeln.

Wichtig ist in solchen Fällen, die Erweiterung des Standraums für die verbleibenden Pflanzen herzustellen. Schnellwachsende, dominante Arten werden teilweise, nicht standortsgerechten Arten bevorzugt entnommen. Langsamwachsende sowie seltene Arten werden bei der Heckenpflege begünstigt. In aller Regel werden Sträucher auf den Stock gesetzt, um wieder neu auszutreiben. Das Einkürzen von Ästen geschieht nur im Ausnahmefall. Teilweise entstehen im Heckenverbund Lücken von bis zu zwei Meter, die aber sehr schnell wieder geschlossen werden.

Überaltete Hecken

In vielen Fällen wird man auf überaltete Hecken treffen, die einen deutlichen Pflegerückstand aufweisen. Diese zeichnen sich meist durch starke, hohe Sträucher aus, die weit in die angrenzende Nutzungsfläche ausladen. Eine Höhen- und Altersstruktur ist nicht erkennbar. Meist sind die Gehölze nur noch außen belaubt, im Inneren sind sie kahl. Ein vorgelagerter Saum aus Gräsern und Kräutern existiert in der Regel nicht mehr. Dominante Straucharten haben im Laufe der Zeit andere Arten verdrängt.

Überaltete Bestandteile werden komplett herausgenommen. Im Abstand von etwa vier bis sechs Metern sollen große, stabile Sträucher oder Bäume stehen bleiben, um ein Grundgerüst zu bilden. Dazwischen entstehen Lücken, in denen Raum für die notwendige Verjüngung ist. Gleichzeitig entwickeln sich Einbuchtungen in die Hecke, in denen sich wieder ein Saum ausprägen kann. Ein solcher Pflegeeingriff erscheint optisch sehr stark, die Hecke erholt sich aber schnell. Vor allem in der Unterschicht stehen eine Fülle von Jungtrieben in Warteposition, die sich nun voll entfalten können und die entstandenen Lücken bald schließen werden. In  fünf bis sieben Jahren darf der Zeitpunkt nicht verpasst werden, um eine Stammzahlreduzierung durchzuführen und das erneute Durchwachsen dominanter Arten zu verhindern.