ProRegio Oberschwaben-Allgäu :: Beratung, Konzeption, Förderung der Landschaftsentwicklung und dem Naturschutz - Ravensburg
PROREGIO Oberschwaben

Tipps für die Praxis

Hinweise für den Einsatz des Mähkorbs

Sichtkontakt herstellen

Durch Schonung von Ufer- und Gewässersohle ist eine gute Sicht des Fahrers notwendig. Dies erfordert im allgemeinen ein Entkrauten gegen die Fließrichtung. Bewährt hat sich das Vormähen mit dem Schlepper und Messerbalken auf der Arbeitsseite. Entkrauten mindestens 10cm oberhalb des Sohlsubstrats! Das Eingreifen in kiesige Gewässersohlen ist unbedingt zu vermeiden. Nicht nur die Tierwelt, sondern auch der Messerbalken wird so geschont.

Mähen der gegenüberliegenden Böschung und der Sohle in getrennten Arbeitsgängen. Zuerst das Gewässer ausmähen und im Anschluss die Böschung der Arbeitsseite. Wird der Mähkorb zuerst auf der gegenüberliegenden Uferseite eingesetzt, wirkt das Mähmaterial als Filter und hindert Tiere, insbesondere Fische am Entkommen.

Hinweise für die Räumung von Fließgewässern

Grundsätzlich nur Räumen von Auflandungen und Verstopfungen. Kein Eintiefen oder Verbreitern des ursprünglichen Profils. Zeitliche und räumliche Staffelung der Räumung In jährlichen Abständen immer nur kleine Abschnitte räumen. Das verträglichste Räumgerät ist der Grabenlöffel. Der beste Zeitpunkt für die Räumung ist der Spätsommer und der Herbst. Kein Einsatz der Grabenfräse! Auflandungsursachen verringern. Verringerung des Sedimenteintrags durch Ausweisen ausreichend breiter Uferstreifen im Gewässersystem. Anlegen von Sedimentfängen an den Zuflüssen. Düngeabstände zu den Gewässern beachten.

Hinweise für kleine Gräben

Keine Eintiefung oder Verbreiterung des ursprünglichen Grabenprofils Besser baggern statt fräsen Das verträglichste Räumgerät ist der Grabenlöffel Der beste Zeitpunkt für die Grabenräumung ist der Spätsommer oder die Herbstmonate bevor sich Amphibien zur Winterruhe in die Gräben einquartieren.

Grabenfräsen nur bei regelmäßig trockenfallenden Gräben in niedertourigem Einsatz zulässig.

Die verträglichsten Grabenfräsgeräte sind, nach den bisherigen Erkenntnissen, überreitend arbeitende niedertourig betriebene Scheibenradfräsen.

Zeitliche und räumliche Staffelung der Räumung. pro Jahr immer nur einzelne Abschnitte räumen.

Grabenpflegeplan aufstellen

Wasserpflanzen regulieren den Abfluss auch breiterer Gewässer. Bei hohen Abflussmengen bietet das Bachbett noch genügend Raum. Niedrigwasser konzentriert sich in der Stromrinne. Die konzentrierte hohe Fließgeschwindigkeit hält den Gewässergrund frei von Ablagerungen. Für Fische und Kleinlebewesen bleiben hervorragende Aufenthaltsmöglichkeiten erhalten.

Durch die Bepflanzung einzelner Bachabschnitte kann der Unterhaltungsaufwand zum Teil vollständig vermieden werden. Voraussetzung ist, dass die Erlen immer wieder vollständig auf den Stock gesetzt werden, um so eine gute Beschattung des Gewässers zu gewährleisten. Die Erle gehört zu den wenigen Baumarten deren Wurzeln die Böschung auch unter Wasser sichern. Andere Baumarten wie Pappel oder Birke sollten nicht an die Gewässer gepflanzt werden. Pappelwurzeln werden regelmäßig unterspült und anschließend vom Wind geworfen. Birkenblätter wirken sich zudem nachteilig durch den hohen Gerbsäueranteil ihres Blattwerks auf die Gewässerchemie aus.