ProRegio Oberschwaben-Allgäu :: Beratung, Konzeption, Förderung der Landschaftsentwicklung und dem Naturschutz - Ravensburg
PROREGIO Oberschwaben

Typisierung von Gewässern

Gewässertyp 3 — Gewässer/Gräben mit ganzjährig strömendem Wasser

In der Regel Vorfluter, Bäche, Kleinst- oder Quellbäche. Der Einsatz der Grabenfräse in diesem Gewässertyp ist absolut tabu. Durch die Vernichtung der Gewässersohle und von Unterständen werden hochgradig gefährdete Lebensraum-Spezialisten vernichtet. Aber auch die Unterhaltung mit dem Bagger ist nur dann als schonend einzustufen, wenn die Gewässersohle nicht durchgehend geräumt wird. Der Einsatz im Fließgewässer sollte sich auf die Entfernung punktueller Anlandungen und auf das Ausmähen von Wasserpflanzen beschränken.

Gewässertyp 2 — Meist ganzjährig wasserführende zeitweise aber stagnierende Gräben (Sammler)

In diesen moorigen Gräben mit mehr als 5 cm Wassertiefe überwintern über 80 % der Lurche. Grabenfräsen die bedingt durch den hohen Wasserstand in der Regel nur hochtourig betrieben werden können, führen zu hohen Verlusten und damit unweigerlich zu einem Verstoß gegen das Artenschutzgesetz.

Gewässertyp 1 — Drainagegräben oder Sauger die regelmäßig trockenfallen

Diese Gräben werden nur sehr selten von Erdkröten und Grasfröschen als Überwinterungsraum genutzt. Werden die Geräte frühzeitig (August-September) eingesetzt, bevor sich die Amphibien in den Schlamm eingraben bleibt der Eingriff gering und lässt sich durch den Geräteeinsatz bei wenig Wasser oder im ausgetrockneten Zustand weiter optimieren. Die wenigen Amphibien werden so durch eine Schlammpackung geschützt und bleiben meist unverletzt.

Diese trockenfallenden Drainagegräben wurden früher meist in Handarbeit mit Schaufel und Spaten und später mit schmalen Greiferbaggerschaufeln geräumt. Niedertourig eingesetzte Scheibenradfräsen in diesem Gewässertyp sind auch weiterhin vertretbar und können die Arbeit für den Landwirt erleichtern.